Alters- und Ehrenabteilung

Die Alters- und Ehrenabteilung

der Ortsfeuerwehr Gronau (Leine)

Vor der Gründung der „Freiwilligen Feuerwehr Gronau“ am 1. April 1880 gab es in Gronau eine „Turnerfeuerwehr“, deren Mitglieder bei der Gründung der „Freiwilligen Feuerwehr“ dieser ausnahmslos beitraten.

Dass es damals bei der Feuerwehr schon eine „Alters- und Ehrenabteilung“ für die über 65 Jahre alten Kameraden gab, ist durch alte Protokolle und Berichte nicht zu belegen, da solche bisher nicht aufgefunden werden konnten.

Da in alten Zeitungsberichten aber immer wieder über Aktivitäten einer Alters- und Ehrenabteilung berichtet worden ist, ist anzunehmen, dass es eine solche auch tatsächlich gab.

Bedauerlicherweise ist hier in Gronau, im nahe der Leine gelegenen ehemaligen Feuerwehr-Gerätehaus („Spritzenhaus“) in der Maschstrasse, sehr viel Schriftmaterial durch Hochwasser vernichtet worden.

In einem Schreiben, welches für die Entwicklung der „Freiwilligen Feuerwehr Gronau/Hann.“ (für ein „Ortsheimatwerk“) im Februar 1943 (in der Zeit des Nationalsozialismus) erstellt worden ist, ist zu lesen:

„Da auch neben der Freiwilligen noch die Pflichtfeuerwehr bestand,  kam es zeitweilig vor, dass die Wehr bis zu 250 Mitglieder zählte. Bei Ausbruch das Krieges gehörten 98 Männer der Wehr an. In dieser Zahl waren 26 Männer, die im Jahre 1934 mit der Werksfeuerwehr der Hannoverschen Papierfabrik geschlossen zur Freiwilligen Feuerwehr übergetreten waren, enthalten.“

21. Februar 1943 Der Wehrführer gez.: Hoffmeister Oberzugführer

Der heutige (1943 / Kriegszeit) Bestand ist :

Stadtfeuerwehr             

 – 31 Angehörige

Wehr Papierfabrik           

 – 19 Angehörige

Wehrmacht

 – 44 Angehörige

                    insgesamt :

 – 94 Angehörige

dazu: Dienstverpflichtete    

 – 36

Hitler-Jugend Feuerwehr

 – 25

                       Gesamt :  

 – 155 Angehörige

Außerdem besteht seit 1934 die Altersabteilung. Zu dieser gehören heute 22 alte Kameraden.“           

Für die Errichtung einer Alters- und Ehrenabteilung innerhalb der Feuerwehr gibt es gute Gründe:

Nach der eindeutigen Regelung des damaligen „Niedersächsischen Brandschutzgesetzes“ ist es unzulässig, Alterskameraden noch aktiven Dienst verrichten zu lassen. Diese Kameraden, die nach heutigem Stand das 62. Lebensjahr vollendet haben müssen, sollen vor den möglichen körperlichen und psychischen Belastungen des aktiven Dienstes geschützt werden.

Für die Angehörigen der Alters- und Ehrenabteilungen der Feuerwehren stehen Aktivitäten zur Erhaltung und Förderung der Kameradschaft als feuerwehrdienstliche Tätigkeiten im Vordergrund. Die Teilnahme an solchen Veranstaltungen ist durch den dienstlichen Unfallschutz abgesichert, wenn die Veranstaltungen in einem Jahres-Dienstplan erfasst und dieser vom Ortsbrandmeister genehmigt und unterzeichnet ist.

1978 wurde vom „Präsident des Deutschen Feuerwehrverband“ Albert Bürger ein „Kameradschaftsbund für altgediente Feuerwehrangehörige im Deutschen Feuerwehrverband“ gegründet. Auch im Kreisfeuerwehrverband Alfeld sollte solch ein Zusammenschluss erfolgen.

Die erste Sitzung im November 1979 in Langenholzen leitete der vom Vorstand dafür benannte Karl Herrenkind, der dabei neben den Vorstandsmitgliedern auch den  Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Kreisbrandmeister Gustav Herzke, begrüßen konnte.

Eine zweite Zusammenkunft sollte am 15. Dezember 1979 im Feuerwehrhaus in Gronau stattfinden. Von der Feuerwehr Gronau hatte man Ernst Kohlenberg damit beauftragt, diese zu organisieren. Über das Ergebnis dieser Zusammenkünfte und ob es weitere Zusammenkünfte gegeben hat, ist nichts bekannt. Es ist auch nicht bekannt, ob es einen Kameradschaftsbund auf Bundesebene noch gibt.

Von links, stehend:

Heinrich Walkling, Alex Schimanski, Hermann Sieburg, Gustav Hoffmeister, Friedel Schaper, Fritz Puchmüller, Oskar Rätsel, Hermann Jasper (alle verstorben)

Von links, sitzend: 

Fritz Helwes, Heinrich Klemme, Ludwig Hoffmeister, Heinrich Steffenhagen (alle verstorben)

Am 3.7.1984 gibt Fritz Puchmüller bekannt, dass er aus gesundheitlichen Gründen die Altersabteilung nicht mehr leiten kann. Ab dieser Zeit wird die Alters- und Ehrenabteilung vom damaligen Ortsbrandmeister Kurt Wöckner selbst geleitet.

Das Foto (rechts) vom 8. Juni 1989 zeigt von links beginnend:

Hermann Jasper (verstorben), Heinrich Steffenhagen (verstorben), Oskar Rätsel (verstorben), Herbert Rosin, Kurt Valdix (verstorben), Friedel Schaper (verstorben), Kurt Wöckner (verstorben), Ludwig Klingeberg (verstorben)

Altersabteilung 2004:

Teilnehmer am Klönnachmittag 1. Juli „Mit Rührei und Schinken“

Reihe unten von links: Irmtraud Krüger, Gertrud Luczak , Marie-Luise Köllemann, Brigitte Hüffner.

zweite Reihe von links: Johannes Warnecke (verstorben), Walter Vogel, Kurt Wöckner (verstorben), Helmut Roth, Gerhard Bieder.

dritte Reihe von links: Walter Schaper, Ernst Feuerhake, Heinz Ahrens, Wilhelm Schwartz, Julius Neubauer (verstorben).

vierte Reihe von links: Horst Hoffmann, Jürgen Ahrens, Jürgen Paulmann, Werner Oelker, Fritz Bode, Johannes Schimanski.

Nicht im Bild: August Allewelt, Willi Falke, Manfred Klose, Wilhelm Kokoska, Rolf Prause, Reinhard Reckstadt, Jürgen Reckstadt, Herbert Rosin, Adolf Sandvoß, Wilfried Schulz, Rolf Stichnothe, Richhard  Winkler.

Mit Stand vom 13.1.2005 haben wir 33 Mitglieder (5 Frauen; 28 Männer), von denen 21 Kameradinnen und Kameraden regelmäßig jeden ersten Donnerstag im Monat an einem „Klönnachmittag“ im Feuerwehrhaus teilnehmen.

Hier geht es immer sehr lebhaft und gesellig zu, wobei auch das leibliche Wohl nie zu kurz kommt. So gibt es mal ein „rustikales Vesper“ mit Wurst, Mett, Käse usw., mal Kaffee mit von unseren Kameradinnen selbst gebackenem Kuchen, mal Hering mit Pellkartoffeln, mal Rührei mit Schinken und auch mal Gegrilltes in der gemütlichen Grillecke der Feuerwehr. Und damit es beim Essen nicht so staubt, gibt es natürlich auch die passenden Getränke dazu, wie Bier, Wasser, Cola und Brause und für das Wohlbefinden und für die Verdauung natürlich auch immer ein „kleines Schnäpschen“.

In jedem Jahr werden auch eine gemeinsame Radtour und eine Braunkohlwanderung mit  (Ehe-) Partnern und Partnerinnen unternommen. Der Abschluss mit gutem Essen findet jeweils in einer Gronauer Gaststätte statt. Beide Veranstaltungen werden rege angenommen.

Im Dezember veranstaltet die Feuerwehr eine Weihnachtsfeier für die Angehörigen der Alters- und Ehrenabteilung mit Partnern, die Witwen der verstorbenen Kameraden, das Kommando der Wehr und für Kameraden mit kleinen Kindern, die dabei vom Weihnachtsmann beschert werden.

Bei allen unseren Aktivitäten steht die Erhaltung und Förderung der Kameradschaft im Vordergrund.

Aber es wird bei uns natürlich nicht nur „geklönt“, sondern es gab bei uns seitens der Feuerwehr auch Informationsveranstaltungen mit anschließender Diskussion über „Unfallverhütung“ und über „Brand- und Erstickungsgefahr für Senioren“ im privaten Bereich.

Auf dem Programm stand auch eine Fahrt zur Berufsfeuerwehr nach Hannover, und es war schon interessant zu sehen und zu hören, wie es heute bei der Feuerwehr einer Großstadt aussieht und abläuft. Wir von der Alters- und Ehrenabteilung waren mit großem Interesse dabei.

Alle genannten Aktivitäten waren zuvor als feuerwehrdienstliche Veranstaltungen im Jahresdienstplan erfasst und sind vom Ortsbrandmeister mit seiner Unterschrift genehmigt worden.

Am 19.03.2008 verstarb unser Ehrenortsbrandmeister Kurt Wöckner. Nach seinem Ausscheiden aus dem „aktiven Dienst“ hat er sich weiter um die Alters- und Ehrenabteilung verdient gemacht. Diese Arbeit wurde leider durch eine schwere Krankheit unterbrochen. Am 26. Januar 2007 nahm er unter stehendem Applaus die Ehrung für 60jährige Mitgliedschaft in der Ortsfeuerwehr Gronau (Leine) auf der Jahreshauptversammlung entgegen. Zu diesem Zeitpunkt lag die Führung der Alters- und Ehrenabteilung schon kommissarisch in den Händen der Stellvertreterin von Kurt Wöckner, Marie-Luise Köllemann.

Nach dem Tod von Kurt Wöckner wurde durch die Abteilung Marie-Luise Köllemann offiziell zur Nachfolgerin ernannt. Ihr steht seit 2008 Gertrud Luczak zur Seite.

Alle Kameraden der Ortsfeuerwehr Gronau (Leine) werden Kurt Wöckner und seine Verdienste in ehrendem Andenken bewahren und an nachfolgende Generationen weitergeben!